Andrea Zürcher, 1. Januar 2012
Falsche Ernährung, Trainingsfehler, ungenügende Regenerationszeit, zu wenig Schlaf, fehlende Supplementierung… dies sind die wohl bekanntesten Ursachen für ausbleibende oder mangelhafte Trainigsresultate. Heute möchte ich dich aber noch auf einen weitaus gefährlicheren, sich arglistig anschleichenden Feind jeglicher Leistungssteigerung aufmerksam machen: der Stress. Wie ein heimtückisches Virus breitet er sich ständig weiter aus und dringt allmählich in all unsere Lebensbereiche vor. Er zeigt sich äusserst respektlos und lässt sich selbst von den massigsten Typen im Studio nicht abschrecken. Dabei ist er in der Lage Muskelaufbau und Leistungssteigerung vollständig zum Erliegen zu bringen und all unsere Bemühungen zu nichte zu machen.
Was ist Stress
Ursprünglich ist Stress eine lebenswichtige Reaktion unseres Körpers. Bei akuter Gefahr, z.B. durch ein gefährliches Raubtier, versetzt er den Körper durch biochemische Reaktionen und die Ausschüttung bestimmter Hormone kurzzeitig in höchste Leistungsbereitschaft.
Doch auch in der heutigen Zeit, wo wir unser Essen nicht mehr erjagen müssen und eher selten auf gefährliche Tiere treffen, sind wir regelmässig – oder vielleicht sogar öfter - Stresssituationen ausgesetzt. Psychischer Druck, Sorgen, Angst, Hektik, Konflikte, Schmerzen, äussere Einflüsse wie Lärm, Hitze, Kälte etc. sind heute bekannte Auslöser von Stress . Ist der Stress übermässig oder hält er über längere Zeit an, kann uns dies in unserer Leistungsfähigkeit stark einschränken und sogar schwer krank machen.
Die Sache mit dem Cortisol
Als Antwort auf die unterschiedlichen Stressfaktoren werden in unserem Körper Cortisol und andere Hormone freigesetzt. Cortisol ist ein kataboles Hormon. Es wirkt abbauend auf Knochen, Muskeln, Haut und Haare. Ausserdem begünstigt es die Einlagerung von Körperfett. Ein hoher Cortisol-Spiegel hemmt unter anderem den Wachstumshormon- und Testosteronspiegel. Kurz gesagt ist ein hohes Aufkommen an Cortisol definitiv nicht das, was wir uns wünschen.
Auf in den Kampf
Wer sportliche Ziele verfolgt oder zumindest Sorge zu seiner Gesundheit tragen möchte, ist also gut beraten, übermässigen Stress zu vermeiden.
Stress erkennen
Zunächst ist es wichtig, die Warnsignale des Körpers zu erkennen und den Stress als solchen zu erkennen. Die nachfolgend aufgelisteten Symptome treten oft im Rahmen eines Stresszustandes auf:
- Müdigkeit/Erschöpfung
- Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen
- Verspannungen
- Einschlaf-/Schlafprobleme
- Gewichtsveränderungen
- Herzrasen
- Heisshunger oder Appetitlosigkeit
- Vermehrtes Schwitzen
- Erhöhter Blutdruck
- Veränderungen der Haut
Stress bekämpfen
Wer erstmal richtig gestresst ist, findet oft nur schwer die Kraft, effektiv gegen den Zustand in den Kampf zu treten. In der heutigen Zeit, wo Stress ein allgegenwärtiges Problem darstellt, ist jedoch das Angebot an Unterstützung zur Stressbewältigung gross. Zahlreiche Weiterbildungsinstitute bieten Kurse zu diesem Thema an. Ausserdem sind inzwischen viele gute Fachbücher erhältlich.
Auch wer nicht unter akuten körperlichen oder psychischen Symptomen leidet, sollte als wichtige regenerative Massnahme im Rahmen der Trainingsplanung auf genügend Entspannung und Erholung achten. Es ist wichtig, sich regelmässig Zeit für sich zu nehmen und ganz bewusst zu entspannen und abzuschalten. Sich gemütlich hinlegen und seiner Lieblingsmusik lauschen, ein Buch lesen, einen Spaziergang machen; hier gilt es individuell für sich herauszufinden, wodurch man am besten einen Zustand völliger Entspannung erreicht.
Ernährung
Eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst und Salat, kann einiges zum Schutz vor Stress beitragen. Auch wenn der Terminplan eng ist, sollte unbedingt genügend Zeit für regelmässige Mahlzeiten eingeplant werden. Wer die Ernährung vernachlässigt riskiert, dass der Körper wiederum viel anfälliger gegenüber Stress wird.
Supplementierung
Zum Schutz vor bzw. der Bewältigung von Stress hat der Körper einen besonders hohen Bedarf an hochwertigen Nährstoffen. Die zuverlässigsten Helfer im Kampf gegen einen hohen Cortisolspiegel sind Vitamin C und Glutamin. Diese beiden Supplements sind in stressigen Zeiten absolute Pflicht. Weiter können Vitamin B, Magnesium, 5-HTP, Kava Kava und Ginseng unterstützend wirken.
In diesem Sinne auf ein stressfreies Jahr 2012!!
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