Vitaminpräparate – Braucht es die wirklich?

Andrea Zürcher, 15. Juli  2011

VitamineGerade jetzt im Sommer stehen frischer Salat, Gemüse und Früchte bei den meisten Menschen besonders häufig auf dem Speiseplan. Zurecht stellt sich der eine oder andere nun die Frage, inwieweit denn eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in Form einer Nahrungsergänzung überhaupt sinnvoll ist.

Mikronährstoffe

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden als Mikronährstoffe bezeichnet. Im Gegensatz zu den Makronährstoffen Protein, Kohlenhydrate und Fett liefern die Mikronährstoffe keine Energie, versorgen den Körper aber mit lebensnotwendigen Stoffen. Die Funktionen der einzelnen Mikronährstoffen sind sehr vielseitig. Zahlreiche Mikronährstoffe agieren als so genannte Cofaktoren bzw. Coenzyme, also Stoffe, die mit Enzymen interagieren und so biochemische Reaktionen hervorrufen. Andere funktionieren als Elektrolyten, wieder andere als Enzyme. Einige Mikronährstoffe wirken als so genannte Antioxidantien, welche in der Lage sind, freie Radikale zu neutralisieren. Radikale fallen durch Stoffwechselvorgänge an, können aber auch durch Umwelteinflüsse, den Konsum von Alkohol, Ironmaxx MultivitaminNikotin, Medikamenten etc. gebildet werden. Sie sind sehr aggressiv und können Zellen beschädigen.

Vorkommen in unserer Ernährung

Wichtige Mikronährstoffe finden sich praktisch in allen Lebensmitteln, insbesondere in frischem Gemüse, Früchten, Milch- und Getreideprodukten sowie Fleisch und Fisch. Beim Kauf von Gemüse und Früchten sollte die Wahl auf Saisonprodukte fallen, wenn möglich aus biologischem Anbau. Im Weiteren sollten die Lebensmittel möglichst frisch und schonend zubereitet werden um die wertvollen Mikronährstoffe zu erhalten.

Doch trotz sorgfältiger Auswahl und Zubereitung liefern uns Gemüse und Früchte leider nicht mehr die Menge an Vitaminen und Mineralstoffen wie noch vor einigen Jahren. Gründe dafür sind der geringere Nährstoffgehalt des Bodens, UV-Strahlung, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Dünger und Gentechnik, lange Transportwege und Lagerzeiten etc.

Unser täglicher Bedarf

Von den verschiedenen Ernährungsgesellschaften wird für sämtliche Mikronährstoffe der ungefähre Tagesbedarf bezeichnet. Allerdings gilt es zu bedenken, dass es sich hierbei lediglich um grobe Richtwerte handelt. Der effektive Bedarf an den einzelnen Mikronährstoffen kann von Mensch zu Mensch abhängig von Alter, Lebensstil, Gesundheitszustand, Geschlecht etc. gewaltig variieren. Beispielsweise haben Sportler, Raucher, Schwangere/Stillende sowie Kinder, ältere oder kranke/geschwächte Menschen einen deutlich erhöhten Bedarf an gewissen Mikronährstoffen. Dies gilt auch für Menschen die unter Stress leiden, allgemein starken physischen oder psychischen Belastungen ausgesetzt sind oder sich gerade in einer Diät befinden. 

Um den individuellen Bedarf zu ermitteln bzw. allfällige Mängel festzustellen, werden heute spezielle Haaranalysen angeboten. Gerade für Menschen, welche besonderen Belastungen ausgesetzt sind, stellt dies sicher eine lohnende Massnahme dar.

Nahrungsergänzungen

Während es für den Durchschnittsbürger in der Regel möglich sein sollte, seinen Bedarf an Mikronährstoffen über eine ausgewogene, gesunde Ernährung weitgehend zu decken, wird dies für Menschen, die zu einer der vorgängig erwähnten Gruppen mit erhöhtem Bedarf gehören, nur sehr schwer oder gar nicht möglich sein. Genau hier bietet sich nun eine hochwertige Nahrungsergänzung an, um Gesundheitsproblemen oder Leistungseinbussen verursacht durch eine Mangelerscheinung vorzubeugen.

Des guten zuviel – Überdosierung

Wie bei allen Nährstoffen die wir unserem Körper zuführen, sollte eine Unterversorgung wie auch eine Überversorgung grundsätzlich vermieden werden. Eine Überversorgung an Vitaminen ist nur durch eine starke Überdosierung von Vitaminpräparaten, niemals durch die Ernährung möglich. Doch selbst dann, ist in der Regel nicht mit grösseren gesundheitlichen Problemen zu rechnen. Ein Überangebot an wasserlöslichen Vitaminen (Vit. C, B1, B2, Niacin, Pantothensäure, B6Body Attack Magnesium Calcium, Biotin, B9, B12) wird vom Körper einfach ausgeschieden. Einzig eine über einen längeren Zeitraum anhaltende Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen (Vit. A, D, E, K) sowie einigen Mineralstoffen ist als kritisch zu erachten. Aus diesem Grund sollten Nahrungsergänzungen stets gemäss den Dosierungsangaben eingenommen werden. Vitamin-/Mineralstoffpräparate in Form von Einzelwirkstoffen sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn auch tatsächlich ein erhöhter Bedarf bzw. ein Mangel des entsprechenden Mikronährstoffes besteht.

Empfehlungen/Tipps

  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten.
  • Gemüse/Früchte möglichst frisch geniessen und schonend zubereiten. Produkte aus biologischem Anbau vorziehen.
  • Personen mit erhöhtem Bedarf sollten in jedem Fall auf eine hochwertige Nahrungsergänzung zurückgreifen.
  • Eine Nahrungsergänzung darf auf keinen Fall Ersatz für eine ausgewogene, gesunde Ernährung darstellen.
  • Eine Haarmineralanalyse kann ggf. Aufschluss über den tatsächlichen Bedarf an Vitaminen/Mineralstoffen geben, so dass eine gezielte Ergänzung möglich ist.
  • Wer Medikamente einnimmt, sollte vor dem Einsatz einer Nahrungsergänzung mögliche Wechselwirkungen mit einer Fachperson abklären.
  • Bei der Wahl eines Vitamin-/Mineralstoffpräparates ist in jedem Fall auf eine gute Qualität und eine sinnvolle Zusammensetzung zu achten. Im Zweifelsfall von einer Fachperson beraten lassen.
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